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Fachinformation zu Aimovig®:Novartis Pharma Schweiz AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Erenumabum (humaner monoklonaler Antikörper, hergestellt in CHO [Chinese Hamster Ovary]-Zellen).
Hilfsstoffe: Saccharum, Polysorbatum 80, Natrii hydroxidum (zum Einstellen des pH-Werts), Acidum aceticum glaciale, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung zur subkutanen Anwendung.
1 Fertigspritze bzw. 1 Fertigpen zu 1 ml enthält 70 mg Erenumab.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaktische Behandlung der Migräne bei Erwachsenen, sofern diese indiziert ist.

Dosierung/Anwendung

Die Indikation für die Therapie muss durch einen Arzt oder eine Ärztin mit Erfahrung auf dem Gebiet der Migränebehandlung gestellt und durch diese in der weiteren Behandlung begleitet werden. Bei mangelndem Therapieansprechen, beziehungsweise nach spätestens 12 Monaten sollte eine Reevaluation zur Fortführung der Therapie vorgenommen werden.
Empfohlen wird eine Aimovig-Dosis von 70 mg als subkutane Injektion einmal monatlich.
Bei Patienten, die auf diese Dosierung eine ungenügende Wirkung zeigen, kann die Dosierung auf 140 mg einmal monatlich gesteigert werden, solange dadurch eine bessere Wirkung nachweisbar ist.
Die Dosis von 140 mg Aimovig ist als zwei aufeinanderfolgende subkutane Injektionen von jeweils 70 mg zu verabreichen.
Wenn eine geplante Dosis vergessen wird, sollte sie so schnell wie möglich verabreicht werden, und weitere Injektionen sollten monatlich ab dem Datum der letzten Injektion geplant werden.
Aimovig ist für die Selbstverabreichung in die Bauchdecke, in den Oberschenkel oder in den Oberarm durch den Patienten bestimmt. Die Injektionsstellen sollten gewechselt werden, und es sollte nicht in Stellen mit empfindlicher, verletzter, geröteter oder verhärteter Haut injiziert werden. Die Injektionen können auch durch eine andere Person verabreicht werden.
Die Person, die das Präparat verabreicht, sollte durch eine Fachperson in die Verabreichungstechnik eingewiesen worden sein. Ausführliche Hinweise zur Anwendung sind der Patienteninformation (Packungsbeilage) zu entnehmen.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die pharmakokinetische Populationsanalyse integrierter Daten aus den klinischen Studien mit Aimovig ergaben keinen Unterschied zwischen Patienten mit leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung und solchen mit normaler Nierenfunktion in Bezug auf die Pharmakokinetik von Erenumab. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR <30 ml/min/1,73 m2) wurden nicht untersucht.
Leberinsuffizienz
Es sind keine klinischen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung durchgeführt worden. Bei Patienten mit Leberinsuffizienz wird keine Dosisanpassung empfohlen, da Erenumab, ein humanes Immunglobulin G, nicht von Cytochrom P450-Enzymen metabolisiert wird und seine Clearance nicht in wesentlichem Umfang über die Leber erfolgt.
Pädiatrie (unter 18 Jahre)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aimovig bei Kindern und Jugendlichen ist nicht untersucht worden. Aimovig darf daher in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Ältere Patienten (über 65 Jahre)
Dosisanpassungen bei Patienten im Alter ab 65 Jahren werden nicht empfohlen, weil keine ausreichenden Daten vorliegen, um eine Aussage darüber zu treffen, ob solche Patienten anders reagieren als jüngere Patienten.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Erenumab oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die abnehmbare Kappe der Aimovig-Fertigspritze und des Aimovig-Fertigpens enthält trockenen Naturkautschuklatex, der bei Personen mit Latexempfindlichkeit allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Pädiatrie (unter 18 Jahre)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aimovig bei Kindern und Jugendlichen ist nicht untersucht worden. Aimovig darf daher in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.

Interaktionen

In einer unverblindeten Studie zu pharmakokinetischen Arzneimittelwechselwirkungen zwischen Aimovig und einem oralen Kombinationspräparat zur Empfängnisverhütung bei gesunden weiblichen Probanden hatte Erenumab (140 mg subkutan [s. c.], Einzeldosis) keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik eines oralen Kombinationspräparats zur Empfängnisverhütung, das Ethinylestradiol und Norgestimat enthielt.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Verabreichung von Erenumab (140 mg intravenös [i. v.], Einzeldosis) und Sumatriptan im Vergleich zur alleinigen Gabe von Sumatriptan keinen Einfluss auf den Ruheblutdruck. Aimovig hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sumatriptan.
Erenumab wird nicht von Cytochrom P450 Enzymen metabolisiert. Daher sind Interaktionen mit Begleitmedikamenten, bei denen es sich um Substrate, Induktoren oder Inhibitoren von Cytochrom P450-Enzymen handelt, unwahrscheinlich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Aimovig bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).
Tierexperimentelle Studien sind nicht immer prädiktiv für die Reaktion beim Menschen, daher ist nicht bekannt, ob Aimovig für den Fötus schädlich ist, wenn es einer schwangeren Frau verabreicht wird. Während einer Schwangerschaft sollte Aimovig nicht angewendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Aimovig in die menschliche Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel, darunter Antikörper, in die Muttermilch ausgeschieden werden, kann ein Risiko für das Neugeborene/Kleinkind nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob abgestillt oder Aimovig abgesetzt wird, wobei der mögliche Nutzen von Aimovig für die Mutter und der mögliche Nutzen des Stillens für den Säugling gegeneinander abzuwägen sind.
Fertilität
Es liegen keine Daten zu der Wirkung von Aimovig auf die Fertilität beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine Hinweise auf schädliche Wirkungen in Bezug auf die Fertilität auf (siehe «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund der verfügbaren Daten wird jedoch erwartet, dass Aimovig keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, hat.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Zur Beurteilung der Sicherheit von Aimovig im Vergleich zu einem Placebo bis zu 12 Wochen nach Behandlungsbeginn wurden Daten aus zwei klinischen Phase-3-Studien und zwei klinischen Phase-2-Studien bei Migräne kombiniert.
An den Placebo-kontrollierten Studien nahmen insgesamt 2656 Patienten teil. 1613 Patienten erhielten Aimovig und 1043 Patienten erhielten Placebo.
Das Gesamtkollektiv zur Beurteilung der Sicherheit, einschliesslich der Patienten in der noch laufenden unverblindeten Verlängerungsphase mit Aimovig, bestand aus >2500 Patienten (>2300 Patientenjahre), die mindestens eine Dosis von Aimovig erhalten hatten: >2000 Patienten wurden mindestens 6 Monate behandelt und >1200 Patienten wurden mindestens 12 Monate behandelt.
Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert:
«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000), «selten» (<1/1'000, >1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Obstipation.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Juckreiz.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Muskelkrämpfe.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Erythem oder Juckreiz).
Immunogenität
In den klinischen Studien betrug die Inzidenz der Entwicklung von Antikörpern gegen Erenumab während der doppelblinden Behandlungsphase 6.3% bei Patienten unter Behandlung mit 70 mg Erenumab (wovon 3 in-vitro neutralisierende Aktivität nachwiesen) und 2.6% bei Patienten unter Behandlung mit 140 mg Erenumab (wovon in keinem Fall in-vitro neutralisierende Aktivität nachgewiesen wurde). Die mittleren Talspiegel von Erenumab in Woche 12 waren bei Anti-Erenumab-Antikörper-positiven Patienten 40% niedriger als bei antikörpernegativen Patienten. Die Entwicklung von Antikörpern gegen Erenumab hatte keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit oder Sicherheit von Erenumab.
Die Inzidenz von Anti-Drug-Antikörpern (ADAs) hängt in hohem Mass von der Empfindlichkeit und Spezifität des Tests ab. Darüber hinaus kann die beobachtete Inzidenz der Antikörperpositivität (einschliesslich neutralisierender Antikörper) in einem Test von mehreren Faktoren beeinflusst werden, beispielsweise von der Testmethodik, der Probenhandhabung, dem Zeitpunkt der Probengewinnung, den Begleitmedikamenten und der Grundkrankheit. Aus diesem Grund kann der Vergleich der Inzidenz von Antikörpern gegen Erenumab mit der Inzidenz von Antikörpern gegen andere Arzneimittel irreführend sein.

Überdosierung

Es liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen von Aimovig in klinischen Studien vor. In klinischen Studien sind Dosen von bis zu 280 mg s. c. verabreicht worden, ohne dass eine dosisbegrenzende Toxizität festgestellt worden ist.
Im Falle einer Überdosierung sollte der/die Betroffene symptomatisch behandelt werden, und bei Bedarf sind unterstützende Massnahmen zu ergreifen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02CX07
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Erenumab ist ein humaner monoklonaler antagonistischer Antikörper gegen den Calcitonin Gene Related Peptide Rezeptor (CGRP-Rezeptor) ohne wesentliche pharmakologische Wirkung auf Adrenomedullin-, Calcitonin- und Amylin-Rezeptoren und ohne agonistische Wirkung auf den CGRP-Rezeptor.
CGRP ist ein Neuropeptid, das die nozizeptive Signalübertragung moduliert und ein Vasodilatator, der mit der Pathophysiologie der Migräne in Verbindung gebracht worden ist.
Der CGRP-Rezeptor befindet sich an Orten, die für die Pathophysiologie der Migräne relevant sind. Erenumab konkurriert potent und spezifisch mit CGRP um die Bindung an den CGRP-Rezeptor und hemmt so die Funktion von CGRP am CGRP-Rezeptor.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (20140254) zur Beurteilung der Wirksamkeit von Aimovig (140 mg i. v., Einzeldosis) bei Patienten mit stabiler Angina pectoris hatte Aimovig keine Verringerung der Belastungsdauer im Laufbandtest im Vergleich zu einem Placebo zur Folge.
Klinische Wirksamkeit
Chronische Migräne
Studie 1 (Studie 20120295)
Aimovig wurde in einer randomisierten, multizentrischen, 12wöchigen, placebokontrollierten, doppelblinden Studie zur Prophylaxe gegen chronische Migräne beurteilt. Migränepatienten mit oder ohne Aura in der Vorgeschichte (≥15 Kopfschmerztage pro Monat mit ≥8 Migränetagen pro Monat) wurden randomisiert, um 12 Wochen lang alle 4 Wochen ein Placebo (n = 286), 70 mg Aimovig (n = 191) oder 140 mg Aimovig (n = 190) per subkutane Injektion zu erhalten.
Zum Studienbeginn betrug die mittlere Migränehäufigkeit ungefähr 18 Migränetage pro Monat und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Den Patienten war es während der Studie gestattet, Akutbehandlungen gegen Kopfschmerzen anzuwenden, beispielsweise Triptane, Ergotamin-Derivate und NSARs.
Das mediane Alter der Patienten betrug 44 Jahre (Bereich: 18-66 Jahre), 81% waren weiblich und 95% waren weiss.
Die primäre Outcome-Variable war die Veränderung der Migränetage pro Monat in Monat 3 gegenüber dem Studienbeginn. Zu den sekundären Outcome-Variablen zählten das Erreichen einer Verringerung der Migränetage pro Monat gegenüber dem Studienbeginn um 50 bis 100% (≥50% Responder) und die Veränderung der Anzahl der Tage mit migränespezifischer Akutmedikation pro Monat gegenüber dem Studienbeginn..
Abbildung 1: Veränderung der Anzahl der Migränetage pro Monat in Studie 1

Es sind die Kleinstquadrat-Mittelwerte und die 95%-Konfidenzintervalle angegeben.
Der p-Wert für die Differenz der Kleinstquadrat-Mittelwerte zwischen Erenumab und dem Placebo bei Beurteilung in Monat 3 (primäre Outcome-Variable) betrug <0,001.
Tabelle 1: Veränderungen der Wirksamkeit und den von den Patienten selbst berichteten Outcome-Variablen in Woche 12 gegenüber dem Studienbeginn (Baseline) in Studie 1

 

Aimovig 70 mg
(n = 188)

Aimovig 140 mg
(n = 187)

Placebo
(n = 281)

Behandlungsunterschied/
Odds ratioc (95% KI)

p-Werta

≥50% MMT Responderc
Prozent (%)

39.9

41.2

23.5

ORd
70 mg: 2.18 (1.46, 3.27)
140 mg: 2.34 (1.56; 3.51)

<0.001

Anzahl Tage mit migräne-spezifischer Akutmedikation (pro Monat)e
Mittlere Veränderungb (95% KI)

-3.45 (-4.02, -2.87)

-4.13 (-4.70; -3.56)

-1.58 (-2.05; -1.11)

BU
70 mg: -1.86 (-2.60, -1.13)
140 mg: -2.55 (-3.28; -1.82)

<0.001

BU = Behandlungsunterschied, KI = Konfidenzintervall; MMT = Migränetage pro Monat, OR = odds ratio
a. Alle p-Werte sind als nicht-angepasste p-Werte angegeben, die nach Anpassung im Hinblick auf Mehrfachvergleiche statistisch signifikant sind.
b. Die Veränderung der Kleinstquadrat-Mittelwerte gegenüber dem Studienbeginn in Monat 3, der Behandlungsunterschied und der p-Wert beruhen auf einem linearen Gemische-Effekte-Modell unter Berücksichtigung der Behandlungsgruppe, des Werts pro Monat zum Studienbeginn, der Stratifizierungsfaktoren (Region [Nordamerika vs. Europa] und Medikationsübergebrauch [vorhanden vs. nicht vorhanden]), des geplanten Besuchs und der Interaktion zwischen Behandlungsgruppe und geplantem Besuch ohne Imputation bei fehlenden Daten.
c. Responder sind definiert als Patienten, welche eine Verringerung von ≥50% in der Anzahl Migränetage pro Monat gegenüber Studienbeginn (Baseline) erreichen
d. Das Odds-Ratio und der p-Wert für ≥50% Responder in Monat 3 beruhen auf einem stratifizierten Cochran-Mantel-Haenszel-Test nach Imputation fehlender Daten als Nicht-Ansprechen (Non-Response).
e. Migränespezifische Medikationen sind beispielsweise Triptane und Ergotamin-Derivate.

Episodische Migräne
Studie 2 (Studie 20120296, STRIVE)
Bei Studie 2 handelte es sich um eine randomisierte, multizentrische, 24 wöchige, placebokontrollierte, doppelblinde Studie zur Beurteilung von Aimovig zur Prophylaxe gegen episodische Migräne. Patienten mit Migräne mit einer Dauer von ≥12 Monaten mit oder ohne Aura und 4-14 Migränetagen pro Monat in der Krankengeschichte wurden randomisiert, um alle 4 Wochen während 24 Wochen mit 70 mg Aimovig (n=317), 140 mg Aimovig (n = 319) oder ein Placebo (n = 319) durch subkutane Injektion zu erhalten.
Zum Studienbeginn betrug die mittlere Migränehäufigkeit ungefähr 8 Migränetage pro Monat und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Den Patienten war es während der Studie gestattet, Akutbehandlungen gegen Kopfschmerzen anzuwenden, beispielsweise Triptane, Ergotamin-Derivate und NSARs.
Das mediane Alter der Patienten betrug 41 Jahre (18-65 Jahre), 86% waren weiblich und 89% waren weiss.. Patienten mit Medikationsübergebrauch waren von der Teilnahme an der Studie ausgeschlossen.
Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Migränetage pro Monat in den Monaten 4-6 gegenüber dem Studienbeginn. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem das Erreichen einer Verringerung der mittleren Migränetage pro Monat gegenüber dem Studienbeginn um 50 bis 100% (≥50% Responder) und die Veränderung der mittleren Anzahl der Tage mit migränespezifischer Akutmedikation pro Monat gegenüber dem Studienbeginn.
Unterschiede zum Placebo waren bereits nach einem Monat feststellbar.
Abbildung 2: Veränderung der Anzahl der Migränetage pro Monat in Studie 2a

a Es sind die Kleinstquadrat-Mittelwerte und die 95%-Konfidenzintervalle angegeben.Der p-Wert für die Differenz der Kleinstquadrat-Mittelwerte zwischen Erenumab und dem Placebo als Durchschnittswert der Monate 4, 5 und 6 (primäre Outcome-Variable) betrug <0,001
Tabelle 2: Veränderungen der Wirksamkeit und den von den Patienten selbst berichteten Outcome-Variablen gegenüber dem Studienbeginn (Baseline) in den Wochen 13-24 in Studie 2

 

Aimovig 70 mg
(n = 312)

Aimovig 140 mg
(n = 318)

Placebo
(n = 316)

Behandlungsunterschied/Odds Ratio (95% CI)

p-Werta

≥50% MMT Responder c
Prozent (%)

43.3

50.0

26.6

ORd
70 mg: 2.13 (1.52, 2.98)
140 mg: 2.81 (2.01, 3.94)

<0.001

Anzahl der Tage mit migränespezifischer Akutmedikation pro Monate
Mittlere Veränderungb (95% KI)

-3.23 (-3.58, -2.88)

-1.61 (-1.83; -1.40)

-0.20 (-0.41; 0.02)

BU
70 mg: 0.94 (-1.23, -0.64)
140 mg: -1.42 (-1.71; -1.12)

<0.001

BU = Behandlungsunterschied; KI = Konfidenzintervall; MMT = Migränetage pro Monat; OR = odds ratio
a Alle p Werte sind als nicht-angepasste p Werte angegeben, die nach Anpassung im Hinblick auf Mehrfachvergleiche statistisch signifikant sind.
b Die Veränderung der Kleinstquadrat-Mittelwerte gegenüber dem Studienbeginn in den Monaten 4-6, der Behandlungsunterschied und der p-Wert beruhen auf einem linearen Gemischte Effekte-Modell unter Berücksichtigung der Behandlungsgruppe, des Werts zum Studienbeginn, der Stratifizierungsfaktoren (Region [Nordamerika vs. Rest der Welt] und vorgängige Anwendung prophylaktischer Medikamente [keine Anwendung, nur vorgängige Anwendung, gleichzeitige Anwendung]), des geplanten Besuchs und der Interaktion zwischen Behandlungsgruppe und geplantem Besuch ohne Imputation bei fehlenden Daten.
c Responder sind definiert als Patienten, welche eine Verringerung von ≥50% in der Anzahl Migränetage pro Monat gegenüber Studienbeginn (Baseline) erreichen
d Das Odds-Ratio und der p-Wert für ≥50% Responder in den Monaten 4-6 beruhen auf einem stratifizierten Cochran-Mantel-Haenszel-Test nach Imputation fehlender Daten als Nicht-Ansprechen (Non-Response).
e Migränespezifische Medikationen sind Triptane und Ergotamin-Derivate.

Pharmakokinetik

Absorption
Erenumab weist infolge der Bindung an den CGRP-Rezeptor eine nicht lineare Kinetik auf. Die subkutane Gabe einer 70-mg und 140-mg-Dosis an gesunde Probanden führte zu einem Cmax-Mittelwert (Standardabweichung [standard deviation, SD]) von 6.05 [2.06] und 15.8 [4.8] µg/ml und zu einem AUClast-Mittelwert [SD] von 159 [58] und 505 [139] Tag*µg/ml.
Die Serum-Talspiegel waren nach subkutaner Gabe von 70-mg und 140-mg-Dosen alle 4 Wochen um weniger als das Doppelte erhöht (Cmin [SD] 5.70 [3.12] und 6.18 [2.86] µg/ml unter 70-mg Dosierung und Cmin [SD] 12.8 [6.53] und 14.9 [6.45] µg/ml unter 140-mg Dosierung bei Patienten mit episodischer bzw. chronischer Migräne) und näherten sich nach 12-wöchiger Gabe dem Steady-State an.
Nach Gabe einer subkutanen Einzeldosis von 70 mg oder 140 mg Aimovig an gesunde Erwachsene betrug die mediane Zeit bis zur Serumspitzenkonzentration 4 bis 6 Tage. Die absolute Bioverfügbarkeit geschätzt anhand der pharmakokinetischen Populationsanalyse betrug 82%.
Distribution
Nach Gabe einer intravenösen Einzeldosis von 140 mg wurde das mittlere Distributionsvolumen (SD) während der terminalen Phase (Vz) auf 3,86 (0,77) Liter geschätzt.
Metabolismus und Elimination
Bei Aimovig wurden zwei Eliminationsphasen festgestellt. Bei niedrigen Konzentrationen erfolgt die Elimination von Aimovig hauptsächlich durch sättigbare Bindung an das Zielmolekül (CGRP-R), bei höheren Konzentrationen weitgehend über einen unspezifischen, nicht sättigbaren proteolytischen Eliminationsweg. Die effektive Halbwertszeit von Aimovig geschätzt anhand der pharmakokinetischen Populationsanalyse beträgt 28 Tage.
Dosislinearität
Nach subkutaner, monatlicher Verabreichung von Dosen von 70 und 140 mg ist die Pharmakokinetik von Aimovig innerhalb des Dosierungsintervalls linear mit einer dosisproportionalen Erhöhung der Serumkonzentration.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die populationspharmakokinetische (PK) Analyse ergab, dass die Pharmakokinetik von Erenumab in keiner der zugelassenen Patientengruppen durch das Alter, das Geschlecht, die Ethnie, den Migräne-Subtyp (episodische oder chronische Migräne) oder die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) beeinflusst wurde. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR <30 ml/min/1,73 m2) wurden nicht untersucht.

Präklinische Daten

Auf der Grundlage herkömmlicher Studien der Sicherheitspharmakologie, der Toxizität bei Mehrfachdosierung und der reproduktions- und entwicklungsbezogenen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine spezielle Gefahr für den Menschen erkennen.
Es wurden keine Studien zur Karzinogenität mit Aimovig durchgeführt. Aimovig ist bei Nagern pharmakologisch nicht aktiv, weist aber bei Cynomolgus-Affen biologische Aktivität auf; diese Tierart ist jedoch kein geeignetes Modell zur Untersuchung des Risikos einer Tumorbildung. Das Mutagenitätspotential von Aimovig ist nicht untersucht worden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass monoklonale Antikörper DNA oder Chromosomen verändern.
In Studien zur chronischen Toxizität bei geschlechtsreifen Affen, denen bis zu 6 Monate lang zweimal wöchentlich eine Dosis von bis zu 150 mg/kg Aimovig subkutan verabreicht worden war, wurden bei systemischen Expositionen, die bis zu 123 Mal höher waren als bei Gabe der klinischen Dosis von 140 mg alle 4 Wochen (basierend auf dem AUC-Wert im Serum), keine unerwünschten Wirkungen festgestellt. Ausserdem wurden in diesen Studien keine unerwünschten Wirkungen auf Surrogatmarker für die Fertilität (pathologisch-anatomische oder histopathologische Veränderungen in Fortpflanzungsorganen) festgestellt.
In einer Reproduktionsstudie bei Cynomolgus-Affen (ePPND, erweiterte prä- und postnatale Entwicklungsstudie) wurden keine Auswirkungen auf die Trächtigkeit und auf die embryo-fötale oder postnatale Entwicklung (bis zu einem Alter von 6 Monaten) festgestellt, wenn Erenumab während der Trächtigkeit der Tiere in Dosen verabreicht wurde, die eine 17-mal höhere Exposition bewirkten als sie bei Patienten unter Behandlung mit 140 mg einmal monatlich erreicht wird (basierend auf demAUC-Wert im Serum). Bei den neugeborenen Affen war Erenumab bei der Geburt im Serum nachweisbar, was bestätigt, dass Erenumab, wie andere IgG-Antikörper auch, die Plazentaschranke passiert.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.
Die Fertigspritze bzw. der Fertigpen sind nur für den Einmalgebrauch bestimmt.
Besondere Lagerungshinweise
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Nachdem Aimovig aus dem Kühlschrank genommen worden ist, kann es bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahrt werden und muss dann aber innerhalb von 14 Tagen angewendet werden. Aimovig darf nicht wieder im Kühlschrank aufbewahrt werden, nachdem es Raumtemperatur angenommen hat.
Hinweise für die Handhabung
Vor Gebrauch sollte die Flüssigkeit kontrolliert werden. Nicht injizieren, wenn die Flüssigkeit trüb oder deutlich gelb ist, oder wenn darin Flocken oder Partikel enthalten sind.
Vor der subkutanen Verabreichung Aimovig mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.
Das Präparat nicht schütteln.

Zulassungsnummer

66620, 66748 (Swissmedic).

Packungen

Injektionslösung in einer Fertigspritze zu 70 mg: 1 und 2 Fertigspritzen. [B]
Injektionslösung im Fertigpen zu 70 mg: 1 und 2 Fertigpens. [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG. Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2018.

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