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Fachinformation zu Omnitrope® 5/10/15 mg, Injektionslösung:Sandoz Pharmaceuticals AG
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Erfahrungen bei Patienten über 60 Jahren sind beschränkt. Ältere Patienten reagieren u. U. empfindlicher auf die Wirkung von Somatropin; daher kann es bei ihnen eher zu unerwünschten Wirkungen kommen.
Die Erfahrungen bei der Langzeitbehandlung von Erwachsenen und von Patienten mit Prader-Willi Syndrom sind begrenzt.
Prader-Willi-Syndrom (PWS)
Es gab Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit einer Wachstumshormon-Behandlung bei pädiatrischen Patienten mit Prader-Willi-Syndrom, welche einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufwiesen: schwere Adipositas (das Verhältnis Gewicht/Grösse übersteigt 200% des Medianwertes von Kindern gleicher Körpergrösse), Atembeschwerden oder Schlafapnoe in der Anamnese oder eine nicht diagnostizierte Atemwegsinfektion. Bei Patienten, bei denen einer oder mehrere dieser Faktoren zutreffen, könnte ein erhöhtes Risiko bestehen. Patienten mit PWS müssen daher vor Beginn der Behandlung mit Somatropin auf Anzeichen einer Obstruktion der oberen Atemwege, einer Schlafapnoe oder von Atemwegsinfekten untersucht werden. Wenn sich aufgrund pathologischer Befunde der Verdacht auf eine Obstruktion der oberen Atemwege ergibt, muss das Kind vor Beginn der Wachstumshormon-Therapie an einen ORL-Spezialisten zur weiteren Abklärung und Therapie der Atemwegsbeschwerden überwiesen werden.
Eine Schlafapnoe muss vor Beginn der Wachstumshormon-Therapie durch anerkannte Methoden wie Polysomnographie oder nächtliche Oxymetrie untersucht und gegebenenfalls weiter überwacht werden.
Falls ein Patient während der Therapie mit Somatropin Anzeichen für eine Obstruktion der oberen Atemwege entwickelt (einschliesslich beginnendem oder zunehmendem Schnarchen), muss die Therapie unterbrochen und erneut eine ORL-ärztliche Untersuchung durchgeführt werden.
Bei Verdacht auf Schlafapnoe ist eine entsprechende Überwachung und wenn nötig Behandlung erforderlich.
Alle Patienten mit PWS müssen auf Anzeichen von Atemwegsinfektionen überwacht werden, die so früh als möglich diagnostiziert und aggressiv behandelt werden müssen.
Bei allen Patienten mit PWS muss vor und während der Wachstumshormon Therapie eine effektive Gewichtskontrolle erfolgen.
PWS-Patienten sollten immer in Kombination mit einer kalorienreduzierten Diät behandelt werden.
Bei PWS-Patienten sind Skoliosen häufig. Skoliosen können bei jedem schnellwachsenden Kind voranschreiten. Symptome einer Skoliose sollten während der Behandlung überwacht werden. Es gibt jedoch bis jetzt keine Hinweise, dass eine Behandlung mit Wachstumshormon den Schweregrad oder die Inzidenz einer Skoliose erhöht.
Anwendung bei Tumorpatienten
Bei der Behandlung von Wachstumshormonmangel als Sekundärfolge einer Tumorbehandlung muss der Patient auf mögliche Rezidive des Tumors hin überwacht werden.
Bei Patienten nach in der Kindheit überstandener maligner Erkrankung (sogenannte «childhood cancer survivors») wurde unter Behandlung mit Somatropin über ein erhöhtes Risiko für Zweitneoplasien berichtet. Am häufigsten handelte es sich dabei um intrakranielle Tumoren, insbesondere Meningeome. Diese Tumoren wurden v.a. bei Patienten beobachtet, welche zur Therapie ihrer ersten Neoplasie eine Strahlentherapie des Kopfes erhalten hatten.
Bei Erwachsenen ist bisher nicht bekannt, ob ein Zusammenhang zwischen einer Somatropin-Therapie und Rezidiven von Tumoren des ZNS bestehen könnte.
Benigne intrakranielle Hypertension
Bei schweren oder rezidivierenden Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und/oder Erbrechen sollte eine Funduskopie zum Ausschluss eines Papillenödems durchgeführt werden. Bei Vorliegen eines Papillenödems muss eine benigne intrakraniale Hypertension in Betracht gezogen und ggf. die Therapie mit Wachstumshormon abgebrochen werden. Verbindliche Empfehlungen zur Wiederaufnahme der Behandlung nach Abklingen der Symptome können nicht gegeben werden. Falls die Wachstumshormonbehandlung weitergeführt wird, ist eine sorgfältige Überwachung notwendig.
Glukosetoleranz
Somatropin reduziert die Empfindlichkeit auf Insulin, weshalb Patienten auf Anzeichen einer Glucoseintoleranz beobachtet werden sollten. In seltenen Fällen kann die Somatropin-Therapie eine Störung der Glucosetoleranz hervorrufen, welche die Kriterien für einen Typ II Diabetes mellitus erfüllt. Das Risiko, während der Behandlung mit Somatropin einen Diabetes zu entwickeln, ist bei jenen Patienten am höchsten, welche bereits eine verminderte Glukosetoleranz und/oder andere Risikofaktoren für einen Typ II Diabetes mellitus aufweisen, wie z.B. Adipositas, positive Familienanamnese oder Steroidtherapie. Bei Patienten mit vorbestehendem Diabetes mellitus sollte deshalb die Gabe von Omnitrope nur unter strenger ärztlicher und laborchemischer Überwachung erfolgen. Die Dosierung der antidiabetischen Therapie muss nach Beginn der Somatropin-Behandlung allenfalls angepasst werden.
Schilddrüsenfunktion
Nach Beginn der Somatropin-Behandlung sowie nach allfälligen Dosisanpassungen sollte die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.
Während der Behandlung mit Somatropin wurde infolge einer erhöhten peripheren Dejodierung von Thyroxin eine verstärkte Konversion von T4 zu T3 beobachtet, was zu verminderten T4 bzw. erhöhten T3 Serumkonzentrationen führen kann. Im Allgemeinen blieben die peripheren Hormonspiegel jedoch innerhalb der Normbereiche für Gesunde. Bei Patienten mit zentraler subklinischer Hypothyreose, bei denen sich theoretisch eine Hypothyreose entwickeln könnte, kann die Wirkung von Somatropin auf die Schilddrüsenhormonspiegel jedoch klinisch relevant sein. Umgekehrt kann eine unbehandelte Hypothyreose die Wirkung von Somatropin beeinträchtigen. Gegebenenfalls ist zusätzlich zu Omnitrope Schilddrüsenhormon zu verabreichen.
Bei Patienten, die eine Thyroxin-Substitutionstherapie erhalten, kann es jedoch auch umgekehrt zu einer milden Hyperthyreose kommen.
Skelettveränderungen
Bei Patienten mit endokrinen Störungen, einschliesslich solcher mit Wachstumshormonmangel, besteht ein erhöhtes Risiko einer Epiphyseolysis capitis femoris, und bei kleinwüchsigen Patienten tritt ein Morbus Perthes-Calvé-Legg gehäuft auf. Ob das Risiko für das Auftreten dieser Erkrankungen durch eine Somatropin-Behandlung erhöht wird, kann nicht abschliessend beurteilt werden. Arzt und Eltern sollten daher auf das mögliche Auftreten von sich langsam verstärkendem Hinken, von Hüft- und Knieschmerzen und/oder einer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit achten.
Insbesondere Patientinnen mit Turner-Syndrom sollten in regelmässigen Abständen und vor allem bei Auftreten von Knochenschmerzen auf Anzeichen einer Epiphyseolyse oder eines Morbus Scheuermann untersucht werden.
Somatropin-Therapie bei pädiatrischen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz
Vor der Entscheidung, eine Therapie mit Wachstumshormon zu beginnen, sollte ein Nierenfunktionstest durchgeführt werden. Der GFR-Wert sollte dabei unter 50% des Normwertes liegen. Damit Wachstumsstörungen erkannt und bestätigt werden können, sollte das Wachstum während eines Jahres verfolgt werden. Die Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz sollte während der Wachstumshormon-Therapie wie üblich weitergeführt werden.
Antikörperbildung
Eine Antikörperbildung gegen Somatropin wurde beobachtet. Die Bindungskapazität dieser Antikörper war gering, und ihre Bildung wurde nicht mit klinischen Veränderungen in Zusammenhang gebracht. Falls der Patient nicht auf die Behandlung anspricht, sollen jedoch die Antikörper gegen Wachstumshormon gemessen werden.
Weitere Vorsichtsmassnahmen
Die Wirkung von Somatropin auf die Genesung Schwerkranker wurde in zwei placebokontrollierten Studien an 522 erwachsenen Patienten mit Komplikationen nach offenen Herz- oder abdominalen Operationen, Polytrauma oder akuter respiratorischer Insuffizienz untersucht. Die Mortalität war höher bei Patienten, die täglich mit 5,3 oder 8 mg Somatropin behandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe (41,9% vs. 19,3%). Daher sollten solche Patienten nicht mit Somatropin behandelt werden. Da keine Angaben über die Sicherheit bei der Substitutionstherapie mit Wachstumshormon bei kritisch kranken Patienten vorliegen, müssen wie bei allen Patienten, die eine solche Erkrankung oder einen vergleichbaren kritischen Zustand entwickeln, die erwarteten Vorteile einer Fortsetzung der Behandlung gegen die potentiellen Nachteile abgewogen werden.
Bei Vorliegen einer kompletten oder partiellen Hypophysenvorderlappeninsuffizienz kann eine Substitutionstherapie mit zusätzlichen Hormonen (z.B. Glucokortikoiden) notwendig sein. In diesem Fall muss die Dosis dieser Zusatztherapie besonders sorgfältig eingestellt werden, um eine Wachstumshemmung zu verhindern.
Patienten unter einer Therapie mit Somatropin sollten bezüglich einer Grössenzunahme oder Hinweisen auf maligne Veränderungen vorbestehender Naevi überwacht werden.
Bei Kindern mit bestimmten seltenen genetischen Ursachen eines Kleinwuchses wurde über ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung maligner Erkrankungen berichtet. Bei der Entscheidung, eine Therapie mit Wachstumshormon einzuleiten, sollte dieses Risiko bei der Nutzen-Risiko-Abwägung berücksichtigt werden. Unter der Behandlung mit Somatropin müssen solche Patienten engmaschig auf eine mögliche Entwicklung von Neoplasien überwacht werden.
Es liegen Berichte über das Auftreten einer Pankreatitis unter Behandlung mit Somatropin vor, insbesondere bei Kindern. Publizierte Daten deuten darauf hin, dass vor allem Mädchen mit Turner-Syndrom unter einer Somatropin-Therapie ein erhöhtes Risiko für eine Pankreatitis aufweisen könnten. Treten bei einem Patienten unter Behandlung mit Somatropin akute starke Oberbauchbeschwerden auf, sollte eine Pankreatitis in die Differentialdiagnose einbezogen werden.
Über reduzierte Cortisol-Serumspiegel, wahrscheinlich infolge Beeinflussung der Plasmaproteinbindung, wurde berichtet. Verlagerungen zu freiem Cortisol im Serum wurden jedoch nicht beobachtet und die Veränderungen scheinen klinisch nicht relevant zu sein.

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